Der Sterbende

Der Sterbende soll Richtung Kaaba in Mekka gelegt werden und zwar in zwei Arten: Entweder ihn auf die rechte Seite legen, das Gesicht gegen die Kaaba gerichtet, oder ihn gut auf den Rücken legen, mit den Füßen Richtung Kaaba, und den Kopf etwas gehoben, so dass das Gesicht gegen die Kaaba gerichtet ist. Die erste Art wird bevorzugt.

Ihm das Glaubensbekenntnis mittels der Formel: “Es gibt nur einen Gott, Muhammed ist sein Prophet” zu erinnern. Dieses muss in anständiger Weise und diskret getan sein. Ebenso sollte man sich nicht zu oft wiederholen, um den Sterbenden nicht zu belästigen, damit seine letzten Worte “Es gibt nur einen Gott” sein mögen.

  Dem Sterbenden wird im Moment seines Todes das Glied der Familie, das ihm am nächsten steht, das fähigste zur Verschwiegenheit und das frömmste zugeführt, damit es ihn an Gott als die Hoheit, an die Vergebung seiner Sünden und an das Testament erinnere.
  Frauen während ihrer Menstruation, solche, die die Periode der Vierzig Tage nach dem Wochenbett nicht beendet haben, unreine Personen und alles, was die Engel ablehnen könnten, wie Musikinstrumente und andere Unterhaltungsapparate müssen vom Toten ferngehalten werden. Eine wohlriechende Substanz soll zu ihm gebracht werden.
  Die Gebete für ihn und für die Helfer müssen zahlreich sein und der Koran muss rezitiert werden, besonders Surat Yassin. Die Rezitation muss sehr diskret sein, um den Sterbenden nicht zu beunruhigen. Nach dem Tod soll die Rezitation des Koran`s aufhören; da es von der Sunna des Propheten nicht anerkannt ist und den Frühmuslimen nicht bekannt war.
  Es ist demjenigen, der beim Sterbenden wacht, empfohlen, ihm die Wohltaten Gottes, des Erhöhten, in Erinnerung zu rufen, um sein Vertrauen zu stärken in die Größe und Herrlichkeit Gottes, denn es steht geschrieben in der heiligen Überlieferung: “Ich bin, wie mich mein Knecht sieht”.

Was tun mit dem Sterbenden nach der Gewissheit seines Todes und vor der Waschung?

  Ihr/Ihm die Augen schließen.
  Den Unterkiefer an den Kopf binden, um die Erschlaffung zu verhindern.
  Auf dem Bauch einen angemessenen Gegenstand stellen, um zu verhindern, dass er sich aufbläht.
  Wenn möglich, sofort nach dem Tod die Gelenke sanft biegen. Wenn nicht sofort, die Gelenke nicht biegen. Dafür die Arme gegen die Vorderarme gegen die Seiten des Körpers, die Beine gegen die Oberschenkel, die Oberschenkel gegen den Bauch. Dies verhindert, dass der Körper steif wird und erleichtert damit die Waschung und die Beisetzung.
  Der Verstorbene wird leicht gehoben, um das Gesicht nach Mekka zu richten.
  Er/Sie wird ausgekleidet und mit einem Tuch zugedeckt , welches den gesamten Körper bedeckt.
  Sich beeilen die Schulden des Verstorbenen zu bezahlen.
  Es ist angebracht, die Leute über dem Verstorbenen zu informieren, damit sie an der Bestattung teilnehmen können, mit der Bedingung, die Stimme nicht zu erheben. Ein solches Benehmen bezieht sich auf die Wehklagen, welchen sich die Heiden vor dem Islam hingaben.
  Es ist verboten die Stimme zu erheben, zu jammern, sich auf die Wangen zu schlagen, die Kleider zu zerreißen, usw. Tränen auf den Toten sind nicht verboten, soweit sie nicht von obigen Handlungen begleitet sind. Die trauernde Person soll das Leid geduldig ertragen und auf den Trost und die Belohnung Gottes warten.
  Aus Respekt für den Toten ist es empfohlen, sich mit der Vorbereitung des Toten und seiner Bestattung zu beeilen.